Nach den ersten Testdrucken von Würfeln, wie z.B. XYZ 20mm Calibration Cube oder einer Eule (Owl statue) für meine Frau, kommt der Wunsch, die Druckqualität und Präzession zu erhöhen.

Daher folgt eine Serie von Dingen, die ich durchgeführt habe um den Drucker zu kalibrieren. Desweiteren werde ich die Erweiterungen, die ich angebracht habe und für sinnvoll halte hier auflisten.

Kalibrierung der Extruder-Steps

Eine große Hilfe war Triffid Hunter's Calibration Guide. Diese Seite sollte man komplett lesen und verstehen!

Damit erklärt sich auch warum man an den X- und Y- Steps erst einmal nichts anpassen muss. Durch sauber gespannte Zahnriemen, passen die Steps bis auf sehr kleine Abweichungen. Bei mir war der Y-Zahnriemen (vor und zurück) nicht feste genug gespannt, daher waren zum einen unregelmäßige Linien in den Objekten zu sehen, und die Ausdehnung der Würfels war nicht richtig.

Man sollte deswegen als erstes prüfen, ob alle Riemen ordentlich gespannt sind. Außerdem habe ich bei der Z-Achse das Gewinde ein wenig mit Ballistol benetzt, da es ziemlich gequietscht hat. Erst danach kann die oben erwähnte Anleitung nachvollzogen werden.

Messung der Länge des Materials, das vom Extruder gefördert wird

Arbeitsschritte

  • Hotend vom Extruder entfernen, so dass kein Filament verschwendet wird (Optional - Wenn man das Hotend dran lässt, wird etwas Filament verschwendet).
  • Etwas Filament in den Extruder einführen.
  • Das Filament ca. 120mm vom Extrudereingang entfernt markieren.
  • Befehl an den Drucker senden, dass 100 mm Filament gefördert werden sollen. Dabei muss das Hotend aufgeheizt werden, da die Marlin Firmware verhindert, das Filament zu extrudieren, wenn das Hotend kalt ist. Mit den folgenden Anweisungen wird der Extruder auf 200°C vorgeheizt. Danach werden 100mm Filament gefördert. Damit man Temperatureffekte ausschließen kann, wird das Filament sehr langsam gefördert (100 mm/min).
M109 S200    ; set extruder temperature to 200°C
G92 E0       ; set the current filament position to E=0
G1 E100 F100 ; extrude 100mm of filament at 100mm/min
  • Als nächstes misst man den Abstand zwischen Extrudereingang und der Markierung. Ist der Abstand mehr als 20mm wird zu wenig gefördert, ist der Abstand weniger wird zu viel gefördert. Mit der folgenden Formel berechnet man die neuen Motorsteps für den Extruder. Dazu lässt man sich die aktuellen Werte mittels M503 anzeigen und sucht nach der Zeile, die mit M92 beginnt. Dort steht hinter "E" der bisherige Wert.
  neuer_e_steps_wert = alter_e_steps_wert * (100 / (120 - gemessener_abstand))
  • Den Wert kann man mittels M92 Eneuer_e_steps_wert temporär festlegen und mit M500 im EEPROM speichern, sofern dies in Marlin aktiviert ist.
  • Das ganze sollte ab dem 3. Schritt solange wiederholt werden, bis man zwischen 96-104mm landet.
  • Wenn das Hotend demontiert wurde, dann muss es jetzt wieder angebracht werden.

Feineinstellung

Diese kann man mittels der obigen Anleitung durchführen. Nachdem die E-Steps relativ gut eingestellt wurden, kann man mit einem Beispielobjekt die Einstellung verfeinert.

Drucken von ersten Erweiterungen

Nachdem die Kalibrierung halbwegs passte, habe ich ein paar Erweiterungen gedruckt. Den Zahnriemenspanner zum zweiten mal, da er diesmal genauer passte. Zur Verstärkung des vorderen Rahmens habe ich den Frame Brace gedruckt und montiert. Als letztes noch einen Spulenhalter, damit das Filament ohne viel Kraftaufwand gefördert werden kann.

Alternativ:

Zur Abdeckung des Netzteils und Anschluss eines Stromschalters habe ich folgendes Teil gedruckt:

Den Schalter habe ich mir vorverkabelt hier bestellt.

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